Review: &ME, Rampa, Adam Port – „You Are Safe“

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Was für andere Arten von Musik selbstverständlich ist, scheint bisweilen auf elektronische Musik nicht zuzutreffen: die Veröffentlichung eines Longplayers. Doch an genau so einen haben sich das keinemusik Trio &ME, Rampa und Adam Port gewagt und wir müssen sagen: das haben sie ziemlich gut hinbekommen.

Das Berliner Label veröffentlicht seit 2009 ausschließlich eigene Musik und hat zuletzt durch einen Remix Sampler überrascht, der zum ersten Mal auch „externe“ Remixer gefeatured hat. Doch nun vereinen sich &ME, Rampa und Adam Port zum geballten Keinemusik Künstlertrio und zeigen mit zehn ausgewählten Tracks, dass das Albumformat auch für elektronische Musik funktioniert.

Mit You Are Safe startet das Album schonmal sehr vielversprechend: der für keinemusik Verhältnisse kurze, stetig ansteigende Trackaufbau schreit geradezu nach einer Kick und wirkt wie ein Vorbote auf das, was einen die nächsten 52 Minuten so erwartet. Zugleich steht er direkt für die individuellen Erkennungsmerkmale der drei Künstler: tief gepitchte Vocals, so wie sie &ME gern in seinen Tracks verwendet, ein unaufhörliches Percussion Gerassel, das Rampas Tracks unvergleichbar organisch macht und eine durchgängige Leadline, wie sie Adam Port in seinen bis zu 10-minütigen Tracks einsetzt.

Café des Schicksals nimmt dann erst einmal ein bisschen Power aus den Segeln, ist aber ein sinnvoller Nachfolger zu dem Einstiegstrack. Er wirkt wie eine zurückgenommene Variante von You Are Safe und erweckt Assoziationen zu einem verregneten Nachmittag im Café um die Ecke.

Ob Track 3, Civilist, dem gleichnamigen Store in der Brunnenstraße gewidmet ist, sei mal dahingestellt. Absolut sicher ist: eine knackende Bass- und Subbass Kombination, präzis gesetzte Claps und ein wunderschönes Getrommel (Rampa?) machen diesen Track zu einem unserer Lieblingstracks auf diesem Album.

Mit Guilt Trip folgt eine typische keinemusik Nummer: langer, fast schon zerreißend-langer Aufbau und ein überwältigender Outcome. Up and Down, der die wunderschöne Stimme von Chiara Noriko aus London featured, ist für uns der überraschendste Track auf dem Album. Mit etwa 70 BPM ist er der langsamste Track auf dem Album und zugleich eine wirklich tolle Downtempo Nummer.

Muyè ist ein unsagbar positive Nummer, die sicherlich die nächsten Festivals, die nächsten Afterhours oder den kalten Winter wegpusten wird. Wunderschöne Keys, tolle Vocalcuts und ein geübtes Beatpattern machen diese Nummer zu einem wirklich tollen Track.

Jennifer Touch ist der zweite weibliche Featuregast auf diesem Album und besingt mit Lover einen großartig instrumentalisierten Track. MBH ist der sicherlich mit Abstand komplexeste Track auf der LP: ineinander verschobene Patterns, ein unaufhaltsamer Puls und hypnotisierende Vocals machen diese Nummer zur vielleicht besten auf diesem Album. Ich bin mir sicher, dass dieser Track ziemlich großartig auf jeder Tanzfläche wirken wird!

Den Abschluss bilden Operator und Bumper, der die wunderbare Nomi Ruiz featured, deren Stimme man vom Hercules & Love AffairDebütalbum kennt. Beide sind selbstbewusste, sehr eigenständige Tracks und machen das Album komplett.

Hier könnt ihr das Album im KM Shop kaufen.

Übrigens: wir hatten &ME schon bei uns im Podcast zu Gast. Hört doch mal rein.

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